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Angolas Wirtschaft

Bis in die 1970er Jahre war Angolas Wirtschaft vorwiegend landwirtschaftlich geprägt. Die Kaffeeproduktion stand dabei im Mittelpunkt, gefolgt von der Zuckerrohr,- Mais,- Kokosnussöl- und Erdnussproduktion. Im Handel waren die wichtigsten Produkte Baumwolle, Tabak und Kautschuk. Die Produktion von Kartoffeln, Reis, Kakao und Bananen war verhältnismäßig wichtig, wie auch die wirtschaftlichen Tätigkeiten im Nutztierbereich (Rindvieh, Ziegen und Schweine). Neben der landwirtschaftlichen Tätigkeit war die Hauptproduktion auf Ölsamen, Getreide, Fleisch, Baumwolle und Tabak konzentriert. Zudem ist die Produktion von Zucker, Bier, Zement und Nutzholz, als auch jene von Erdölderivaten, Reifen, Düngemitteln, Zellulose, Glas und Stahl nennenswert. Die wirtschaftliche Aktivität entwickelte sich entlang der fünf Bahnlinien, die die Küste mit dem Landesinneren verbanden (im speziellen entlang der Benguela-Linie), als auch entlang der Straßen-, Meer- und Luftverbindungen, im speziellen um den “4 de Fevereiro” internationalen Flughafen, der das Land mit dem Ausland verband.

Ab 1991 begann die angolanische Regierung einen progressiven Prozess der wirtschaftlichen Expansion und leitete damit den Übergang von einer zentralisierten Wirtschaft zur Marktwirtschaft ein. Seit Ende des Bürgerkrieges im April 2002 beobachtet man eine zweite Transition, die von dem Klima des Friedens geprägt ist.

Der neue Motor der Wirtschaft und der sozialen Entwicklung wurde die Erdölproduktion (vorwiegend off-shore).  Angola, das im Jahr 2003 eine Förderkapazität von 90.000 Barrels pro Tag verzeichnen konnte, und das derzeit doppelt so viel produziert (2 Millionen Barrels pro Tag) ist zum führenden Erdölproduzenten des Afrikas südlich der Sahara aufgestiegen. Kohlenwasserstoffe, die 95% der angolanischen Exporte und etwa 90% der Staatseinkommen darstellen, sind für mehr als 60% des BIP des Landes verantwortlich.

Das bodenschatzreiche Angola entwickelte seine Bergbautätigkeit, besonders im Bereich der Diamantenförderung, ohne dabei die Produktion von anderen Bodenschätzen wie Gold, Phosphate, Uran, Eisen, Kupfer, Zinnober, Bauxit, etc. zu vernachlässigen. Im Jahr 2002 hat die angolanische Regierung ein Sondergesetz erlassen, um ausländische Investitionen anzukurbeln. Die Marktwirtschaft, die Erdöl-Einnahmen und eine bessere Kontrolle der Geldpolitik und Verwaltung führten dazu, dass die Inflation von 3,000% im Jahr 1995 zu geschätzten 98.03% im Jahr 2003 auf  43.06% sank.

Derzeit ist das Land in einer Phase der politischen Stabilität, die gemeinsam mit der Politik der angolanischen Regierung das Wirtschaftswachstum begünstigt hat. Dabei haben die Exekutive und das angolanische Volk eine entscheidende Rolle eingenommen. Die Ergebnisse davon sind heute offensichtlich: Die durchschnittliche Wachstumsrate zwischen den Jahren 2005 und 2008 betrugen um die 17.5% pro Jahr, was Angola zu den Ländern mit dem größten Wachstum weltweit macht.

Trotz des geringen Wachstums im Jahr 2009 als Resultat der Weltwirtschaftskrise, hat sich die angolanische Wirtschaft schnell erholt.  Die nationale Währung hat ihren Wert gegenüber dem US-Dollar erhöht, der die Referenzwährung in Angola ist. Laut Daten der angolanischen Zentralbank steigen öffentliche und private Investitionen, sowohl inländische und ausländische, erheblich im Erdöl-, Diamanten-, Landwirtschafts-, Fischerei-, und Industriesektor, als auch im öffentlichen Bauwesen. Das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs durch das starke Abschneiden im Verkehrs-, Energie-, und Bausektor mit einer geschätzten Rate von 7.9% im Jahr 2012 (gegen 3.9% im Jahr 2011). Die Perspektiven für 2013 und 2014 sind mit einem prognostizierten Wirtschaftswachstum von 8.2% bzw. 7.8% sehr positiv. Dieses Wachstum wird durch eine Kombination von einem kontinuierlichen Ausbau des Erdöl- und Gassektors mit der Verwirklichung eines öffentlichen Ausgabenprogramms zur Förderung der Diversifizierung der Wirtschaft angetrieben.

Die Umsetzung der Bereitschaftskreditvereinbarung (SBA) 2009-12, ein Programm des Internationalen Währungsfonds, half dem Land bei der Wiederherstellung der makroökonomischen Stabilität, bei der Verbesserung der Budgetsituation, bei der Erhöhung der Geldreserven, bei der Stabilisierung des Wechselkurses und bei der Reduzierung der inländischen Inflation. Darüber hinaus hat es Angola geschafft, wichtige Inlandsschulden zu begleichen und die Budgettransparenz und -verantwortung zu verbessern. Doch das Land muss sich weiterhin großen Herausforderungen im Hinblick auf die Entwicklungspolitik stellen, insbesondere der Verringerung der Erdölabhängigkeit und die Diversifizierung der Wirtschaft, dem Wiederaufbau der ökonomischen und sozialen Infrastrukturen sowie der Verbesserung der institutionellen Kapazitäten für die Verwaltung der öffentlichen Gelder und für die Personalentwicklung und der Verbesserung der Lebensbedingungen der Bevölkerung.

In diesen Belangen bewegt die Politik der angolanischen Regierung viel, wie etwa die Rehabilitation und Wiedereingliederung von Arbeitnehmern, die für einen langwährenden Frieden, für den Wiederaufbau des Landes und für politische Reformen fundamental sind. In diesem Bereich hat die angolanische Regierung das Volk aufgefordert, zu den Heimatorten zurückzukehren. In Bezug auf den nationalen Wiederaufbau wurde dem Straßen-, Bahnlinien- und Brückenbau sowie dem öffentlichen Wohnungsbau und den Flughäfen Vorrang gegeben, um den freien Personen- und Warenverkehr zu erlauben. Prioritäten wurden auch beim Bau von Krankenhäusern und Schulen gesetzt, um die Jugend besonders im Bereich der neuen Technologien zu fördern. Auf der Prioritätenliste der angolanischen Exekutive steht weiters die Organisation des Wassersystems, Stroms und der Umweltgesundheit.

Wichtig hervorzuheben ist, dass das Wachstum des Landes innerhalb des vergangenen Jahrzehnts dem Abbau von Bodenschätzen zuzuschreiben ist. Erdöl stellt noch immer die wichtigste öffentliche Einnahmenquelle (mehr als 70%), 90% der Exporte und etwa 60% des BIP des Landes dar. Dies bedeutet, dass die Wirtschaft in höchstem Maße von den Einkünften aus dem Erdölhandel abhängig ist und sehr empfindlich auf Schwankungen des Ölpreises reagiert. In einem Versuch, die Wirtschaft mehr zu diversifizieren, haben angolanische Behörden im Oktober 2012 einen souveränen Fonds (den Angolan Sovereign Fund) über 5 Milliarden US-Dollar eingerichtet. Der Fonds wurde vom IWF, der die Implementierung dieses Instruments lange empfohlen hatte, um die Preisschwankungen des Erdöls abzufangen, genehmigt.

Unter diesen Voraussetzungen wird erwartet, dass Angola ein Land mit einer immer solideren und wachsenden Wirtschaft wird, das imstande sein wird, eine nachhaltige Entwicklung und das Wohlbefinden der Bevölkerung zu sichern.

 

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